Poesie

Erkenntnis

Mir wird klar
dass ich krampfhaft versucht habe
meine Lebensuhr
nach Deiner zu stellen.
Ich verschanzte mich
in meinem Glashaus
und warf mit Steinen.
Ich flüchtete
in eine Traumwelt
in der mein Selbstbewusstsein
ganz allein von Dir abhing.

Meine Uhr ist stehengeblieben.

Von meinem Glashaus
sind tausend Scherben übrig.

Was bleibt
ist pure
quälende
Ungewissheit.

Und die Erinnerung.

Die Erinnerung
die mich nicht loslässt.

Die Erinnerung
von der ich mich ständig frage
ob sie Dir
überhaupt nichts bedeutet.

Dein Zug
ist abgefahren.
Jemand anders ist darin eingestiegen.
Vielleicht
kommt er irgendwann zurück.

Fienchen

geschrieben am 16.04.2000

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